Klein im Wuchs, groß im Geschmack


Süßes Obst im eigenen Garten naschen zu können, ist wie ein Stückchen vom Paradies. Kompakt wachsende Säulen- und Mini-Obstbäume erfüllen diesen Wunsch schon auf kleinem Raum.
Kirsche, Pflaume oder Apfel? Am besten pflanzt man alle drei Obstsorten in den Garten und kann so im Frühsommer süße Kirschen, im Spätsommer saftige Pflaumen und im Herbst knackige Äpfel ernten. Schmalwachsende Säulenobstbäume und niedrige Spindelformen ermöglichen den Anbau von mehreren Obstbäumen auch in kleineren Gärten. Die geringere Wuchshöhe der Bäume – Spindelbäume werden auch im Alter nicht höher als 3 Meter – erleichtert zudem die Ernte.

Es tut sich viel bei der Züchtung neuer Obstsorten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf robusten, gesunden Sorten, die reiche Ernten liefern ohne von Blattpilzen oder ähnlichem befallen zu werden. Äpfel ohne Schorf oder Pfirsiche, die nicht mehr von der Kräuselkrankheit befallen werden, sind ein Traum für Hobbygärtner, die ungern mit Pflanzenschutzmittel hantieren wollen. Auch die Selektion von allergen-armen Äpfeln ist ein Zuchtziel, um Allergikern den Genuss des gesunden Obstes wieder zu ermöglichen. Der Apfel ’Sirius’ (von Häberli) ist so eine Neuzüchtung. Er kann von Personen mit leichter Apfelallergie problemlos verzehrt werden. Dazu ist die Sorte mit den gelbschaligen Früchten auch noch resistent gegen Schorf.

Mit den neuen, so genannten Duobst- oder Familienbäumen (BKN Strobel) kann man diese Sortenvielfalt und eine lange Ernteperiode sogar Platz sparend an einem Baum haben. Zwei oder sogar vier verschiedene Apfelsorten sind hier auf einem Stamm veredelt. Sie befruchten sich gegenseitig, die Früchte der einzelnen Sorten reifen aber nacheinander und so verlängert sich die Erntezeit. Duo- oder Familienobstbäume gibt es auch mit Birnen- oder Kirschsorten.

Süßes Obst auch auf dem Balkon ernten

Zwergobstbäume, die auf spezielle Mini-Fußstämme veredelt sind, können über Jahre sogar in Pflanzkübeln auf dem Balkon oder der Terrasse kultiviert werden. Dafür ist es wichtig, die Bäumchen nach dem Kauf in einen größeren Kübel mit etwa 30 l Volumen umzupflanzen. Ein sonniger Standort und regelmäßiges Gießen und Düngen sorgen für eine zuverlässige Ernte. Vom Zwergobst gibt es ein umfangreiches Sortiment als Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Nektarine, Pfirsich und Pflaume. Die Kronen der Pflanzen bleiben auch im Alter kompakt, da sie auf eine sehr schwachwüchsige Unterlage veredelt sind. So brauchen sie auch nur wenig geschnitten werden.

Säulen-Obstbäume gibt es schon länger. Die schmal wachsenden Obstgehölze wurden wegen ihrer ungewöhnlichen Wuchsform anfangs eher etwas belächelt. Die Ballerina-Apfelsorten ’Bolero’, ’Waltz’ ’Flamenco’ und ’Polka’ gehören heute aber zum Standardsortiment jeder Baumschulen. Sie bleiben schlank in der Form und können so auch als Hecke gepflanzt werden. Inzwischen sind auch Birnbäume, Süß- und Sauerkirschen, Aprikosen, Nektarinen und Zwetschen in dieser Platz sparenden Wuchsform auf dem Markt. Die Bäume bilden keine normale Krone, sondern wachsen mehr oder weniger schmal in die Höhe. Ihr Fruchtholz setzt zuerst direkt am Stamm an. Wachsen Seitentriebe aus der Form heraus, schneidet man sie am besten Ende Juni auf wenige Zentimeter zurück. Ausgepflanzt kann Säulenobst mit den Jahren drei bis vier Meter hoch werden. Die Obstbäume lassen sich aber durch jährliches Einkürzen der Triebspitze auch niedriger halten.

Mehrere Säulenobstbäume im Kübel nebeneinander ergeben einen dekorativen und transportablen Sichtschutz auf der Terrasse. Dekorativ ist es auch, wenn man z.B. den Eingang zum Garten mit einem Pärchen Säulenäpfeln oder –Kirschen flankiert. Mit ihrer üppigen Blüte im Frühjahr haben die schmalen Obstbäume neben ihrem Nutzwert auch einen hohen Zierwert.

Vor allem die Obstbäume im Kübel sollten im Frühjahr regelmäßig mit einem Dünger für Obstgehölze versorgt werden, damit sie ausreichend Nährstoffe zur Verfügung haben. Ausgepflanztem Säulenobst reicht bei normalem Boden meist eine gute Gabe reifem Kompost im Herbst, damit sie im Wachstum bleiben und viele Früchte ansetzen.

Säulen- und Zwergobst finden sie vom Frühjahr bis zum Herbst als Containerware in ihrem Gartencenter.

Welches Obst braucht einen Befruchter?


Für welchen Obstbaum Sie sich auch entscheiden, beim Kauf sollten Sie sich immer erkundigen, ob die gewählte Sorte selbstfruchtbar ist oder als Befruchter eine andere Sorte in der Nähe braucht. Für kleine Gärten sind selbstfruchtbare Obstgehölze natürlich besser geeignet. Hierzu gehören Pfirsiche, Aprikosen und Quitten. Auch bei Kirschbäumen gibt es selbstfruchtbare Sorten wie z.B. die Süßkirschen ’Sunburst’ oder ’Sweetheart’ und die Säulen-Sauerkirsche ’Maynard’.

Einen weiteren Obstbaum anderer Sorte brauchen Apfel- und Birnbäume zur Befruchtung. Dieser kann auch in Nachbars Garten stehen oder noch weiter weg. Im Abstand von etwa 50 bis 70 m erfolgt die Befruchtung fast von allein, über Bienen wird der Pollen oft bis zu mehreren Kilometern transportiert.

Wer sich einen Apfel- oder Birnbaum mit mehreren Sorten auf einem Stamm zulegt, braucht sich um die Ernte keine Sorgen zu machen, denn die Sorten sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich gegenseitig ideal befruchten.

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